Ergebnisse der Global Communications & Corporate Affairs Survey 2025
Kommunikationsverantwortliche starten mit einem klaren Auftrag ins Jahr 2026: schneller handeln, Reputation schützen und die Führungsebene durch ein zunehmend instabiles geopolitisches Umfeld navigieren. Das zeigt die Global Communications & Corporate Affairs Survey, die Ende 2025 im Rahmen der Global Communications Search Partnership (GCSP) veröffentlicht wurde – einer Zusammenarbeit von vier auf Kommunikation, Corporate Affairs, Government Relations, Marketing und Investor Relations spezialisierten Personalberatungen: Heyman Associates (Nordamerika), Taylor Birchwood (EMEA), GK Personalberatung (Deutschland) und Barber Search (Asien).
Die Befunde bestätigen, was viele Kommunikationsteams derzeit in der Praxis erleben: Mit wachsender externer Unsicherheit rückt die Kommunikationsfunktion näher an die Unternehmensstrategie heran – als zentrale Instanz für Risikomanagement, Wahrnehmung und Vertrauen.
Geopolitik als zentrale Sorge der Führungsebene
Für die Befragten steht das Thema unangefochten an erster Stelle: 77 Prozent nennen globale geopolitische Herausforderungen als Hauptsorge ihrer Führungsteams, dicht gefolgt vom innenpolitischen Umfeld mit 57 Prozent. Kommunikationsverantwortliche werden damit zunehmend als stabilisierende Kraft gefordert – als Berater der Geschäftsführung durch Phasen der Unsicherheit und als Hüter institutioneller Glaubwürdigkeit unter Druck.
Messbarkeit bleibt eine Schwachstelle
Ein deutlicher Widerspruch zeigt sich bei der Erfolgsmessung: Rund ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) gibt an, dass ihre Organisation nicht über wirksame Instrumente zur Messung der Reputationsstärke verfügt. Ein erheblicher Teil der Kommunikationsverantwortlichen soll damit überdurchschnittliche Wirkung erzielen – ohne die Infrastruktur oder Investitionen, um diese auch zu belegen.
KI: Chance und Belastungsprobe zugleich
Vor diesem Hintergrund gewinnt Künstliche Intelligenz doppelte Bedeutung. Sie ist längst keine theoretische Option mehr: Teams sollen sie zügig einführen, während gleichzeitig Ressourcen knapper werden, Erwartungen von Stakeholdern steigen und Reputationsrisiken zunehmen. Mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) zählt „den Einsatz von KI und digitalen Tools“ zu den fünf wichtigsten Prioritäten – neben dem Schutz der Reputation (63 Prozent), geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit (56 Prozent) sowie der Stärkung der Sichtbarkeit von Führungskräften (39 Prozent).
Der Blick der Branche auf KI ist dabei vorsichtig optimistisch und differenzierter, als es die verbreitete „Angst vor der Verdrängung“ vermuten lässt: Rund 91 Prozent der Befragten erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine Zunahme der KI-Nutzung, doch nur wenige berichten, dass sie bereits fest im Tagesgeschäft verankert ist. Hier zeigt sich eine klare Lücke – der Ambition beim Einsatz von KI steht die tatsächliche Einsatzreife hinterher. Im Zentrum der Bedenken steht dabei nicht der Arbeitsplatzverlust, sondern die Governance: Als größte Sorgen nennen die Befragten Datenschutz und ethische Fragen bei der Datennutzung (52,4 Prozent) sowie mangelnde interne Bereitschaft für eine wirksame KI-Implementierung (46,4 Prozent).
Fazit
Kommunikationsverantwortliche sollen ihren Aufgabenbereich erweitern und schneller liefern – während Reife, Ressourcen und Governance-Strukturen bei vielen Organisationen noch nicht mithalten. Die Studienergebnisse zeichnen damit das Bild eines neuen, erweiterten Rollenverständnisses: Kommunikatorinnen und Kommunikatoren müssen zugleich Storyteller und Strategen sein und dabei robustere Systeme aufbauen – konsequente Erfolgsmessung, belastbare Governance und eine praxistaugliche KI-Integration, die institutionelles Vertrauen stärkt, statt es zu gefährden.
Dieser Beitrag fasst die zentralen Ergebnisse der Global Communications & Corporate Affairs Survey 2025 zusammen, durchgeführt im Rahmen der Global Communications Search Partnership (GCSP). Den vollständigen Original-Artikel von Taylor Birchwood finden Sie hier: What’s Driving the Communications 2026 Agenda: Risk, Trust, and AI
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